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80. Jahrestag der Bücherverbrennung von 1933 Drucken E-Mail

Wider den deutschen Geist kleinAnlässlich des 80. Jahrestages der Bücherverbrennung von 1933 durch die Nationalsozialisten erinnerte Dietmar Damwerth, Geschäftsführer der Gesellschaft für Literatur in Nordrhein-Westfalen, am 13. Mai 2013 im Rahmen einer Informationsveranstaltung am LvD vor den Klassen 9a und 9b an den Wert des freien Wortes in einer freien Gesellschaft. Damwerth, von Beruf Verleger und Autor, erklärte die Hintergründe der Ereignisse von 1933 und legte dar, dass die Geschichte der Bücherverbrennungen in ihren Verästelungen noch weiter aufzubereiten und zu dokumentieren sei: „Die Gesellschaft für Literatur in NRW geht daher auch der Frage nach, wie sich die Bücherverbrennung damals auf das berufliche Schaffen der Schriftsteller im Rheinland und Westfalen ausgewirkt hat.“

Damwerth, der unter anderem die Publikation „verbrannt – verfolgt – vertrieben“ zum Thema verfasst hat, führte weiter aus: „Wir wollen an Autorinnen und Autoren erinnern, deren Werke verbrannt, verboten und vernichtet wurden. Wenige Namen sind noch bekannt. Else Lasker-Schüler, Walter Hasenclever, Günter Weisenborn findet man heute in Buchhandlungen. Aber wer kennt noch Karl Schnog oder Josefa Metz, die in einem Märchenspiel damals ahnungsvoll beschrieb, wie schnell sich Anpassung und Feigheit ausbreiten können.“ Die Gesellschaft für Literatur in NRW wolle daher für die Texte der verfolgten Autoren eine Öffentlichkeit schaffen.

Die Klassen 9a und 9b hatten sich im Geschichtsunterricht auf die Informationsveranstaltung unter anderem durch die Auswertung von filmischen Dokumenten vorbereitet. Jan Sturm aus der Klasse 9b hatte zudem in der Stadtbücherei und im Kreisarchiv Recherchen zum Thema angestellt und Literatur gesammelt. „Die Berichterstattung in Kempen war damals eher spärlich, das Thema kam im Alltag nicht wirklich vor. Es konzentrierte sich auf die großen Städte“, erläuterte Jan Sturm.

Damwerth lobte das Engagement der LvD-Schüler in der anschließenden Diskussion und ermunterte die Klassen 9a und 9b, sich für den Wert des freien dichterischen Wortes einzusetzen, indem sie bei Gelegenheit auch einmal zur Feder greifen sollten, etwa im Rahmen des Dichterwettbewerbes „postpoetry“, der alljährlich von der Gesellschaft für Literatur in NRW ausgeschrieben werde und der auch der Nachwuchsförderung diene.

Heinrich Klümpen